Wenn ich in meiner Praxis mit Klangschalen, Koshis oder meiner Klangliege spiele, dann erzählen mir meine Kunden oft, dass sie Bilder oder Farben sehen, als auch ganze Handlungsabläufe.
Warum ist das so? Es ist ganz bestimmt keine „Spinnerei“ oder Zufall, sondern das hat klare Gründe. Wenn der Körper, das Nervensystem und die Wahrnehmung in einen besonderen Zustand wechseln, entsteht ein natürlicher Effekt, der Bilder, Farben oder andere Wahrnehmungen möglich macht.
Es verhält sich ähnlich wie beim letzten Blogbeitrag – Wenn Tränen fließen. Genau diese innere Bewegung der Emotionen hängt eng mit den Bildern zusammen, die viele Menschen während einer Klangreise wahrnehmen.
Klänge sprechen das Unterbewusstsein an
Klangschwingungen wirken nicht nur akustisch, sondern auch körperlich. Die feinen Vibrationen erreichen Bereiche im Gehirn, die für Gefühle, innere Bilder und Erinnerungen zuständig sind. Sobald der Kopf ruhiger wird, tritt das bewusste Denken zurück und das Unterbewusstsein bekommt Raum um sich zu zeigen.
Der Parasympathikus übernimmt
Der Parasympathikus ist der Teil des Nervensystems, der für die Regeneration und innere Balance zuständig ist. Er senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck, vertieft die Atmung und aktiviert Prozesse, die dem Körper Erholung, Heilung und Stabilisierung ermöglichen. Wenn der Parasympathikus aktiv ist, gleitet der Organismus aus der Anspannung in einen Zustand tiefer körperlicher und mentaler Ruhe.
Wenn Klänge nun Klänge, etwa bei einer Klangmassage wirken, schaltet sich der Parasympathikus ein. Dadurch entsteht dieses warme, tiefe Entspannungsgefühl.
Der Körper fällt dabei oft in einen tiefen Entspannungsmodus. Der Herzschlag und Atem beruhigen sich, die Stresshormone sinken. In diesem Zustand öffnet sich ein innerer Raum, in dem Fantasie, Kreativität und innere Wahrnehmung stärker werden. Bilder, Symbole oder Szenen tauchen dann wie von selbst auf.
Klang als „Türöffner“ zu inneren Prozessen
Klangschwingungen können alte Erinnerungen oder festgehaltene Emotionen sanft in Bewegung bringen. Das muss nicht belastend sein. Oft zeigen sich nur Eindrücke oder Farben, die aus einer tieferen Ebene kommen. Der Klang wird zur Brücke zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten.
Innere Bilder sind ein Zeichen dafür, dass etwas im Menschen in Bewegung kommt. Sie helfen, Spannungen zu lösen, Klarheit zu gewinnen oder einfach loszulassen. Dabei geht es nicht darum, etwas zu „sehen“, das richtig oder falsch ist. Vielmehr ist die Wirkung auf das Wohlbefinden und die innere Balance entscheidend.
Klang schafft einen Raum, in dem Ruhe, Selbstwahrnehmung und innere Heilung auf natürliche Weise geschehen können.
Jeder Mensch hört anders
Manche Menschen sehen Bilder, andere fühlen nur Wärme, Druck, Weite oder Leichtigkeit. Wieder andere erleben gar nichts Spektakuläres und dennoch geschieht im Nervensystem viel. Die Art der Wahrnehmung ist individuell, aber die Wirkung auf Ruhe, Harmonie und Regeneration zeigt sich bei allen.
Klang schafft einen „inneren Film“
Viele Klänge wirken wie ein sanfter Rhythmus, der den Geist in einen meditativen Zustand führt. In dieser Tiefe beginnt das Gehirn, ähnliche Muster zu zeigen wie im Traum. Genau deshalb entstehen diese lebendigen inneren Filme.
Zusammengefasst kann man sagen: Innere Bilder während einer Klangbehandlung sind ein Zeichen dafür, dass der Mensch in die Tiefe sinkt und loslässt. Er bekommt Zugang zu einem Teil von sich, der im Alltag oft verborgen bleibt. Klang öffnet Türen zu Ruhe, Selbsterkenntnis und heilsamen inneren Räumen.






